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Thursday, 21.08.08
Wie versprochen, folgt jetzt der Teil 2, der Geschichte zur Knopffabrik hier in Strausberg.
Rinderohrmarken.
Den Begriff muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Dann weiß man doch sofort, dass es sich um die komischen Dinger handelt, die die Kühe im Ohr haben und an denen sie identifiziert werden können.
Diese Rinderohrmarken wurden auch in der Fabrik hergestellt. Und das recht mühevoll.
An einer normalen Spritzmaschine wurden die Teile erst einmal aus Granulat zu Rohlingen gepresst/geformt. Wie man das auch immer nennen will.
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Monday, 11.08.08
Die Geschichten von früher...
Ich hatte ja versprochen, noch ein paar Erlebnisse aus dem sozialistischen Alltag aufzuschreiben. Im Urlaub hat man ja dann doch etwas mehr Zeit, so dass ich heute mal von meinen Erfahrungen in der Knopffabrik erzählen kann.
Ich wollte weg aus Frankfurt an der Oder. Das Wohnen im Arbeiterwohnheim war nicht so mein Ding. Mit drei anderen eine Wohnung teilen und im Zweimannzimmer nächtigen, empfand ich als belastend. Ich musste da weg. Der Job im Halbleiterwerk war in der Normalschicht auch nicht so berauschend, so dass ich mich nach einem Job in Strausberg umsah.
Diesen fand ich auch recht schnell. Heutzutage würde man Jobbörsen oder Xing bemühen, damals nutzte man Beziehungen und Kontakte in der Offlinewelt. So kam ich in die Knopffabrik. Der DIN-A5-Arbeitsvertrag war schnell unterschrieben. Zu schnell, wie sich später herausstellen sollte. Denn auf dem Vertragstand "Plastverarbeiter/Einrichter. Ein Umstand, der mir später noch Probleme bereitete, da die Chefin darauf beharrte.
Von den späteren Streitereien nichts ahnend, fing ich frohgemut in dem Betrieb an. Dreischichtsystem versprach ein gutes Geld und 1000 Mark Lohn waren für einen Berufseinsteiger damals wirklich viel Geld.
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Thursday, 12.06.08
Der Plänterwald war ja ganz früher ein beliebtes Ausflugsziel.
Ich möchte nicht wissen, in wie vielen Fotoalben entsprechende Standardfotos drin sind, auf denen die Kinder in den schienengeführten Autos drauf sind.
Von mir gibts da auch noch Fotos. Damals, als ich noch jung und hübsch war. :-)
Und nun rottet der Park vor sich hin. Das kann man sich auf diesem schönen Flickrset mal ansehen:
Tuesday, 22.04.08
Vorhin durfte ich bei einem Bekannten einen schönen alten Computer aus den 80er Jahren bestaunen. Das gute Stück war noch funktionstüchtig.
So etwas ist wirklich zu schade zum Wegschmeißen. Wenn man bedenkt, dass
der 5120 wohl mal gute 60000 Mark gekostet hat. :-)
Thursday, 17.04.08
Warum suchen sich junge Leute in den Ferien irgendeine Arbeit? Richtig, weil sie das Geld brauchen.
So ging es mir damals auch und an zwei, drei Ferienjobs kann ich mich noch gut erinnern.
Das Finden von vernünftigen Tätigkeiten war gar nicht so einfach. Deshalb bin ich in einem Jahr auch bei der
Autowerkstatt in der Straße, in der ich auch wohnte, gelandet. Ich hatte einfach nichts mehr gefunden, also eigentlich mal wieder zu spät angefangen, mir einen Job zu suchen.
Und was soll ich sagen, der Job war wirklich nicht nach meinem Geschmack.
Der war nämlich mit richtiger körperlicher Tätigkeit verbunden. Aber auch ganz gut bezahlt.
So nahm ich mich zusammen und stapelte Bremstrommeln von Wartburgs und Trabbis in schwindelerregende Höhen. Warum die Werkstatt diese Bremstrommeln dermaßen sammelte, habe ich nie begriffen.
Neben Bremstrommeln stapeln durfte ich auch mal den Hof fegen und auch Kohlen schippen. Letzteres macht im Hochsommer auch richtig viel Freude...
Ehrlich gesagt, war ich froh, als der Job vorbei war.
Der nächste Ferienjob war da schon mehr meine Kragenweite:
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Wednesday, 04.07.07
Der
Andy möchte gern die Zeugnisse der ersten Klasse sehen. Bitteschön:
Auch schon wieder 31 Jahre her. Man beachte die dreistellige Postleitzahl von Strausberg. Wusste ich auch nicht, dass es sowas hier früher gab...
Update:
Hab auch noch ein passendes Bild gefunden :-)
Wednesday, 20.06.07
Ich hatte
hier ja versprochen, noch mehr aus meinem früherem Leben zu berichten. Nun denn:
Mit der Aufteilung der ganzen Lehrklasse auf die einzelnen Arbeitsbereiche konnten wir endlich mal in die wahre Arbeitswelt hineinschnuppern.
Und so richtig konnte man dazu eigentlich nicht Arbeitswelt zu sagen. Nicht umsonst habe ich das Arbeitsleben von damals als ziemlich streßfrei in Erinnerung.
Im Halbleiterwerk wurden Chips, also Schaltkreise, produziert. Die Ausstattung an den entsprechenden Maschinen war nicht schlecht. Oft standen in den Hallen Westimporte, die ich als Instandhaltungsmechaniker zu schätzen wusste, da sie wirklich durchdacht konstruiert und dementsprechend bequem zu warten waren.
Ich kam in eine Brigade, deren Aufgabe es war, diverse Hochvakuumtechnik und so eine Art Siliziumplattenschleifer instandzuhalten. Dabei beschränkte sich der Wirkungskreis wirklich nur auf diese Technik. Für die Elektrik waren wieder die Elektrischen zuständig. Und für andere Maschinen gab es andere Teams. War ziemlich spezialisiert das Ganze. Aber auch ein Irrsinn.
Bei uns gab es zwei, drei Leute in der Normalschicht. Und dann die Masse, die sich im Drei-Schicht-System dort tummelte. In jeder Schicht sechs Leute, die da waren, um Störungen zu beseitigen.
Nur gab es nur selten Störungen in der Spät- und Nachtschicht. Man musste also zusehen, wie man diese Zeit möglichst sinnvoll verbrachte.
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Monday, 18.06.07
Gibt es eigentlich heute noch so etwas wie Lehrlingswohnheime? Wo kommen die Jugendlichen von auswärts unter?
Heute soll man ja wohl nicht mehr Lehrling sagen, die heißen ja jetzt wohl alle Auszubildende. Was ein Quatsch...
Auszubildendenjahre sind keine Herrenjahre. Na toll. Erinnert mich irgendwie an Neusprech und Doppeldenk aus "1984" von George Orwell.
Was wollte ich eigentlich schreiben? Ach so, mal wieder was von ganz früher, also damals, wo ich noch jung und Lehrling war.
In der kleinen Stadt hier gabs selbst zu Ostzeiten nicht so viele Lehrstellen, wie gebraucht wurden. Natürlich war das kein Beinbruch. Die frischen Lehrlinge wurden einfach dahin gelenkt, wo sie gebraucht wurden. Und wenn dabei auch manchmal der Berufswunsch etwas verbogen wurde.
Aber keiner konnte sagen, dass es nicht genügend Lehrstellen gab.
So wurde auch ich damals für eine Mechanikerlehre "interessiert". Und anscheinend hatte die sozialistische Führung ein gutes Gespür, denn der Job macht auch Spaß.
Genügend Lehrplätze gab es meistens bei den Konzernen der DDR-Wirtschaft, den Kombinaten. Ein Teilbetrieb des Elektronikkonzerns war das Halbleiterwerk Frankfurt/O. Die hatten eine eigene Berufsschule und mehrere Lehrlingswohnheime. Für mich hieß es ab sofort, dass ich Sonntags mit der Bahn dahin reisen durfte.
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Friday, 02.03.07
In irgendeinem anderen Beitrag hatte ich ja schon kurz erwähnt, dass ich doch anders als geplant, in mein Berufsleben eingestiegen bin.
Ursprünglich wollte ich ja Koch werden.
Vielleicht resultierte dieser Berufswunsch aus den frühen Experimenten mit der Kinderküche, die ich irgendwann mal geschenkt bekommen hatte.
Ich glaube, dass es so etwas heute gar nicht mehr gibt. Bei den heutigen Kinderküchen muss man sich das Kochen ja immer nur vorstellen.
Wir dagegen konnten damals wirklich mit dem elektrischen Spielzeugkochherd kochen. Es gab kleine Töpfe und auch Backbleche. Und das Gerät produzierte wirklich so viel Hitze, dass man prima Zucker karamelisieren konnte.
Das gehörte dann auch zu meinen Lieblingsrezepten.
Ich produzierte Bonbons in allen Variationen. Davon waren aber auch ca. 80% ungenießbar. Mein kleiner Bruder kann sich vielleicht noch daran erinnern, der "durfte" immer kosten.
Heute darf man wahrscheinlich solche Miniküchen gar nicht mehr als Kinderspielzeug verkaufen. Aber mir hat das Experimentieren damals wirklich Spaß gemacht.
Und auch heute koche ich gern, da Kochen für mich nie etwas Starres ist, bei dem man sich unbedingt fest an irgendwelche Rezepte halten muss.
Nur leider ist meine Berufsplanung irgendwie mit der sozialistischen Wirklichkeit und meiner schulischen Leistung kollidiert.
Mit einem soliden 3er Abschluss war mir der Zugang zu einer Lehre als Koch verwehrt. Erschwerend kam noch ein jugendliches Rückenleiden hinzu. Mit diesem konnte ich doch unmöglich den ganzen Tag am Herd stehen.
Also suchte ich mir einen anderen Beruf. Viel Auswahl gab es da nicht und so fiel meine Wahl auf den Mechaniker.
Der war ulkigerweise auch für Rückenkranke geeignet und so konnte ich kurz darauf den ganzen Tag an der Feilbank stehen und tolle Sachen aus Metall fertigen. :-)
Tuesday, 20.02.07
Letztens kam da doch der Film "
Napola" im Fernsehen.
Das Thema hat mich irgendwie interessiert und der Film war wirklich gut.
Bei einer Szene musste ich dann aber grinsen. Der Protagonist erklärt seinen Eltern, dass er auf die
Napola gehen möchte und die fallen aus allen Wolken.
Den Satz: "Da gehst du nicht hin!" hatte ich so ähnlich auch mal gehört.
Das war vor über 25 Jahren. Da hieß dieser Teil Deutschlands noch DDR und durch die Schulen zogen immer mal wieder Gesandte des Wehrkreiskommandos.
Das war in etwa das, was heute Kreiswehrersatzamt heißt.
Und da durfte man dann als Schüler zum Gespräch antanzen. Genau weiß ich es nicht mehr, aber ich denke, dass das so in der achten, neunten Klasse war.
Bei so einem Gespräch wurden einem die Vorteile erklärt, die man hätte, wenn man sich für 25 Jahre der NVA verpflichten würde und Offizier würde.
Und die Vorteile klangen ja erst einmal gar nicht so schlecht. Diese sogenannten Offiziersanwärter schnappten gern mal anderen die Plätze zur Ausbildung als KFZ-Mechaniker weg.
Wer jetzt da die Nase rümpft und den Kopf schüttelt, wie man so einen Berufswunsch als begehrenswert ansehen kann:
Dieser Beruf war damals fast mit einer Lizenz zum Gelddrucken vergleichbar. Autos wurden nicht verschrottet, sondern wieder aufgebaut. Und dieses Geschäft lief nach Feierabend bei vielen recht gut. Aber ich schweife ab.
Nach so einem Gespräch habe ich irgendwann mit der Schulter gezuckt und gemeint, dass ich die Unterlagen ja mal mit nach Hause nehmen kann. In dem Alter war ich sowieso noch recht ziel- und planlos, was meine Zukunft anging.
Außerdem war ich froh, nicht noch weiter von dem Menschen zugetextet zu werden.
Die Papiere landeten zu Hause auf dem Esstisch und ich schwirrte ab zum Training.
Als ich nach Hause kam, waren meine Eltern in heller Aufruhr. An dieser Stelle fiel genau derselbe Satz, wie im Film: "Da gehst du nicht hin!". :-)
Auch das quittierte ich schulterzuckend und sagte in der Schule Bescheid, dass sie auf mich verzichten müssten als Offizier.
Mir war damals so vieles egal.
Dem Mann vom Wehrkreiskommando nicht. Der ließ mich dann noch öfter aus dem Unterricht holen, um mir in Einzelgesprächen die Offizierslaufbahn schmackhaft zu machen. Das nervte dann doch etwas. Erst eine Intervention meiner Eltern bei dem "Werber" beendete die Sache dann endgültig.
Und die Geschichte, warum man mit einer Rückenkrankheit in der DDR nicht Koch werden konnte, dafür aber in einem, für diese Krankheit angeblich geeigneten Beruf, stundenlang an der Feilbank stehen durfte, erzähle ich euch ein anderes Mal. :-)