Wenn man sich am Ende der Osterfeiertage endlich von der Insel Usedom heruntergeqält hat, dann sieht man zu, dass man recht zügig die Autobahn erreicht.
Das klappt auch ganz gut, wenn man Wolgast endlich passiert hat.
In unserem Fall nahte dann irgendwann die Mittagszeit. Erwachsene, können das Mittagessen ja ganz gut gen Abend verschieben, aber die Kinderlein sind da doch eher feste Zeiten gewohnt.
Also guckt man, ob irgendwo vor der Autobahn noch ein halbwegs vernünftiges Restaurant aufzugabeln ist.
Ich bin dann extra abgebogen und in das "Zentrum" von Gützkow vorgestoßen.
Die Stadt präsentierte sich höchst verschlafen. Also wie ausgestorben.
Viel Hoffnung auf ein leckeres Essen machte ich mir nicht mehr. Noch weniger, als ich eine Gaststätte erblickte, deren Fassade nicht gerade einladend wirkte. Es war alles etwas trist und hatte den Charme spätsozialistischer Baukultur.
Aber wir waren mutig, hungrig und sind dann einfach mal reingegangen. In das Restaurant Stadt Gützkow.
Im Eingangsbereich: alle Tische leer und mit "Reserviert" beschildert.
Im großen Raum nebenan: zwei Tische besetzt, der Rest reserviert.
Verwunderung machte sich breit. Da kam auch schon die Chefin: "Haben Sie etwas Zeit? Der Tisch dahinten bekommt noch gleich Essen, das kann also noch ein paar Minuten dauern."
Wir hatten Zeit. Im Urlaub muss ich nicht Punkt x Uhr zu Hause ankommen. Der Weg ist praktisch das Ziel. Und man hat die Chance, Land und Leute kennen zu lernen.
Und es war gut, dass wir Zeit hatten. Sonst hätten wir ein Stück Gastfreundlichkeit verpasst.
Wir Erwachsene bekamen kurz darauf liebevoll gestaltete Ostermenükarten und für die Kleinste wurde das Mittagsgläschen warm gemacht.
DIe "Große" bekam gar nicht erst eine Karte zum Wählen, sondern wurde kurzerhand gefragt, was sie denn essen möchte.
Das war sehr praktisch, denn so hat sie ihre Individualzusammenstellung auch aufgegessen.(sollte ich noch mal irgendwo im Kalender vermerken)
Die Kleine bekam dann auch gleichzeitig ihre Fertignahrung und später wir unser Essen. Das ist immer recht aufmerksam von der Bedienung, wenn das so klappt, dass man erst die Minikinder füttern kann, ohne dass das eigene Essen kalt wird.
Unser Essen war recht einfach gehalten: Schnitzel mit Beilagen und frischem Spargel.
Dass der Koch dem Ganzen mit etwas Trüffel eine pfiffige Note gab, kam ganz gut an. Und erstaunte uns, da wir immer noch etwas voreingenommen waren von den Äußerlichkeiten.
Kurz gesagt: wir wurden satt ud es war lecker.
Jede Rast hat auch irgendwann mal ein Ende, die Kleine sollte eine frische Windel bekommen und wir fragten, wo wir das am besten machen könnten.
"Na hier"
Flugs wurde eine Decke über den Nachbartisch ausgebreitet(es war ja eh kein anderer Gast mehr da) und wir(Frau) konnte bequem wickeln.
Das alles zeichnet für mich Service, Kinder- und Gastfreundlichkeit aus.
Da können sich andere gern eine Scheibe abschneiden, denn das macht das Verreisen in Deutschland mit Kindern sehr angenehm.
Gern hätte ich eine Homepage der Gaststätte hier verlinkt, aber da habe ich keine gefunden.
Ich hab hier mal bei Google Maps den Standort markiert.